Haustüren-Ratgeber

Haustür ausmessen: Aufmaß richtig vorbereiten

Für ein erstes Angebot reichen nachvollziehbare Richtmaße und Fotos. Vor der verbindlichen Bestellung einer maßgefertigten Haustür müssen Breite, Höhe, Bodenanschluss, Öffnungsrichtung und die gesamte Einbausituation jedoch eindeutig feststehen. Diese Anleitung zeigt, welche Maße benötigt werden – und wer sie vor der Bestellung bestätigen sollte.

Breite und Höhe Bodenaufbau DIN-Richtung Verantwortung klären
Aufmaß einer vorhandenen Haustür mit einem Maßband
Richtmaße ermöglichen eine erste Kalkulation. Das verbindliche Bestellmaß muss zur tatsächlichen Maueröffnung, zum Bodenanschluss und zur vorgesehenen Montage passen.

Die kurze Antwort: Wer sollte die Haustür ausmessen?

Für eine erste Anfrage können Bauherren und Eigentümer die vorhandene Tür selbst messen. So lässt sich prüfen, welche Konstruktion grundsätzlich möglich ist und in welchem Preisrahmen sich das Projekt bewegt. Für die Fertigung einer maßgefertigten Haustür werden daraus jedoch verbindliche Bestellmaße.

Verantwortung für die Maße

Erfolgt das Aufmaß durch den Besteller und wird die Haustür auf Grundlage dieser Angaben bestellt, bleibt die Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Maße beim Besteller. Wird die Montage mit einem unabhängigen Fachbetrieb vereinbart, sollte dieser Betrieb die Einbausituation prüfen und die Bestellmaße vor der Bestellung schriftlich bestätigen.

Erstes Angebot

Richtmaße genügen

Breite, Höhe, Öffnungsrichtung, Seitenteile und aussagekräftige Fotos reichen meist für eine belastbare Vorkalkulation.

Eigenmontage

Besteller bestätigt

Bei eigener Montage müssen die endgültigen Bestellmaße und alle technischen Angaben vom Besteller verbindlich freigegeben werden.

Fremdmontage

Monteur kontrolliert

Der unabhängig beauftragte Montagebetrieb sollte Maße, Anschlussdetails und Montagemöglichkeit vor der Bestellung prüfen.

Richtmaß und Bestellmaß sind nicht dasselbe

Ein Richtmaß beschreibt den vorhandenen Eingang ausreichend genau für Beratung und Angebot. Das Bestellmaß ist dagegen das verbindliche Rahmenaußenmaß der neuen Türanlage. Es berücksichtigt nicht nur die sichtbare Öffnung, sondern auch Montagefuge, Profilaufbau, Bodenschwelle, mögliche Rahmenverbreiterungen, Seitenteile und die tatsächliche Lage der Maueröffnung.

Gerade bei einem Austausch ist die Maueröffnung häufig teilweise durch den alten Blendrahmen, Putz, Verkleidungen oder einen vorhandenen Bodenaufbau verdeckt. Deshalb darf das sichtbare Maß der alten Tür nicht automatisch als Bestellmaß der neuen Tür übernommen werden.

Angabe Wofür sie genügt Was vor der Bestellung noch geklärt werden muss
Sichtbares Außenmaß der alten Tür Erste Orientierung und Angebot Tatsächliche Maueröffnung, Überdeckung des alten Rahmens und Montagefuge
Lichte Öffnung Nutzbare Durchgangsbreite beurteilen Rahmenaußenmaß, Flügelbreite und Beschlagtechnik
Maueröffnungsmaß Grundlage für die technische Planung Systemabhängige Fuge, Schwelle, Verbreiterungen und Befestigung
Bestellmaß Fertigung der neuen Tür Muss vor Auftrag verbindlich bestätigt sein

Vor dem Messen: Einbausituation vollständig erfassen

Bevor Zahlen notiert werden, sollte klar sein, was genau zur Türanlage gehört und wie der Bestand aufgebaut ist. Eine einzelne Breiten- und Höhenangabe reicht bei vielen Eingängen nicht aus.

  • Besteht die Anlage nur aus einer Tür oder zusätzlich aus einem oder zwei Seitenteilen?
  • Gibt es ein Oberlicht, einen Briefkasten, eine Klingelanlage oder andere Einbauten?
  • Öffnet die Tür nach innen oder nach außen?
  • Liegt innen und außen dasselbe Bodenniveau vor?
  • Ist der fertige Boden bereits vorhanden oder ändert sich der Bodenaufbau noch?
  • Wird der alte Rahmen vollständig entfernt oder ist eine Sonderlösung geplant?
  • Gibt es Rollladenführungen, Vordachanschlüsse, Fassadenbekleidungen oder enge Laibungen?
Neubau: Fertigfußboden beachten

Wird vor Estrich, Fliesen oder Außenbelag gemessen, müssen die späteren fertigen Höhen eindeutig markiert sein. Ein Fehler am unteren Anschluss lässt sich nach der Fertigung kaum korrigieren.

Breite und Höhe an mehreren Stellen messen

Maueröffnungen sind nicht immer exakt rechtwinklig. Deshalb wird die Breite oben, mittig und unten gemessen. Die Höhe wird links, mittig und rechts erfasst. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob Laibungen und Sturz gerade verlaufen. Für die weitere Planung ist jeweils das kleinste festgestellte Öffnungsmaß relevant – es ist aber noch nicht automatisch das Bestellmaß.

Breite oben / Mitte / untenJeweils zwischen den relevanten Begrenzungen der Maueröffnung messen.
Höhe links / Mitte / rechtsVon der maßgeblichen Bodenhöhe bis zur Unterkante des Sturzes.
Diagonalen kontrollierenUnterschiedliche Diagonalen weisen auf eine nicht rechtwinklige Öffnung hin.
Wandaufbau dokumentierenLaibung, Dämmung, Putz, Verkleidung und verfügbare Befestigungsflächen festhalten.

Bodenanschluss und Schwelle sind besonders kritisch

Die Höhe einer Haustür wird nicht beliebig vom aktuellen Boden aus gemessen. Entscheidend ist die vorgesehene Lage der Schwelle in Bezug auf den fertigen Innenboden und den Außenbelag. Bei Neubauten müssen Estrich, Bodenbelag und gegebenenfalls Abdichtung oder Entwässerung berücksichtigt werden. Bei Sanierungen ist zu klären, ob der vorhandene Boden erhalten bleibt.

Innenhöhe

Vom fertigen Innenboden beziehungsweise von der verbindlich markierten Fertigfußbodenhöhe messen.

Außenanschluss

Außenbelag, Gefälle, Abdichtung und möglicher Wasseranfall müssen zur Schwellenlösung passen.

Unterbau

Eine tragfähige, wärmetechnisch und abdichtungstechnisch passende Schwellenunterkonstruktion ist ein Montagepunkt.

Kein pauschales Abzugsmaß: Die notwendige Montagefuge hängt unter anderem vom Türsystem, Rahmenmaterial, Elementmaß, Baukörper, Abdichtungskonzept und den Vorgaben des Herstellers ab. Deshalb sollte nicht einfach ein allgemeiner Zentimeterwert von der Maueröffnung abgezogen werden.

Seitenteile, Oberlicht und Aufteilung separat angeben

Bei einer Türanlage zählt zunächst das Gesamtmaß von Außenkante zu Außenkante. Zusätzlich werden die geplanten Teilbreiten benötigt: Türflügel, Seitenteil links, Seitenteil rechts und gegebenenfalls Oberlicht. Auch die gewünschte Position der Tür innerhalb der Gesamtöffnung muss eindeutig sein.

Element Benötigte Angabe Typischer Fehler
Tür ohne Seitenteil Gesamtbreite und Gesamthöhe Nur den beweglichen Flügel messen
Tür mit Seitenteil Gesamtmaß und gewünschte Aufteilung Seitenteil nicht eindeutig links oder rechts zuordnen
Tür mit Oberlicht Gesamthöhe und Teilhöhe des Oberlichts Nur die Höhe des Türflügels angeben
Briefkasten oder Klingel Position, Abstände und Leitungsführung Einbauten erst nach der Bestellung berücksichtigen

DIN links oder DIN rechts richtig bestimmen

Stellen Sie sich auf die Seite, zu der sich der Türflügel öffnet, vor die geschlossene Tür. Befinden sich die Bänder links, handelt es sich um DIN links. Befinden sich die Bänder rechts, ist es DIN rechts. Bei einer nach innen öffnenden Haustür wird die Richtung deshalb normalerweise von der Innenseite beurteilt.

DIN links

Bänder links

Die Tür öffnet zu Ihnen, die Bandseite liegt aus Ihrer Sicht links.

DIN rechts

Bänder rechts

Die Tür öffnet zu Ihnen, die Bandseite liegt aus Ihrer Sicht rechts.

Zusätzlich immer ausschreiben

Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte neben DIN links oder DIN rechts auch angegeben werden: „nach innen öffnend“ beziehungsweise „nach außen öffnend“ sowie die Bandseite aus der maßgeblichen Blickrichtung.

Diese Fotos und Angaben helfen bei der ersten Prüfung

Für ein erstes Angebot ist keine aufwendige Bauzeichnung erforderlich. Eine einfache Elementskizze, gut lesbare Maße und Fotos aus mehreren Perspektiven sind in der Regel hilfreicher als ein einzelnes Maß ohne Kontext.

Außenansicht

Die gesamte Türanlage einschließlich Laibung, Sturz, Boden und angrenzender Fassade fotografieren.

Innenansicht

Platzverhältnisse, Öffnungsbereich, Heizkörper, Schalter und vorhandene Verkleidungen zeigen.

Schwelle

Innen- und Außenboden sowie den Höhenversatz möglichst seitlich und frontal dokumentieren.

Maßskizze

Gesamtbreite, Gesamthöhe, Aufteilung, Öffnungsrichtung und Seitenteile eindeutig eintragen.

  • Breite und Höhe mit allen Einzelmessungen
  • Materialwunsch und gewünschte Farbe innen sowie außen
  • Öffnung nach innen oder außen, DIN links oder DIN rechts
  • Seitenteil, Oberlicht, Griffseite und besondere Ausstattung
  • Ort beziehungsweise Postleitzahl und gewünschte Lieferart
  • Information, ob Eigenmontage oder ein unabhängiger Montagebetrieb vorgesehen ist

So läuft die Anfrage bei Fenster & Türen Chwalik ab

Fenster & Türen Chwalik berät, konfiguriert und liefert maßgefertigte Haustüren. Aufmaß und Montage werden – sofern gewünscht – separat mit einem unabhängigen Fachbetrieb vereinbart. Dadurch muss vor der Bestellung eindeutig festgelegt sein, wer die verbindlichen Maße verantwortet.

Anfrage senden

Richtmaße, Fotos, Öffnungsrichtung und gewünschte Ausstattung übermitteln.

Angebot abstimmen

Türmodell, Material, Farbe, Technik, Lieferumfang und Preis werden festgelegt.

Maße bestätigen

Bei Fremdmontage bestätigt der beauftragte Betrieb die Maße; bei Eigenmontage bestätigt sie der Besteller.

Bestellung auslösen

Erst nach verbindlicher Freigabe von Maß, DIN-Richtung, Ausstattung und Oberfläche beginnt die Fertigung.

Häufige Fehler beim Aufmaß einer Haustür

Nur einmal messen

Eine Öffnung kann oben, mittig und unten unterschiedliche Maße haben.

Alten Rahmen übernehmen

Das sichtbare Rahmenmaß der alten Tür entspricht nicht zwingend der tatsächlichen Maueröffnung.

Bodenaufbau vergessen

Estrich, Fliesen oder Außenbelag verändern die relevante Höhe und den Schwellenanschluss.

Pauschal Einbauluft abziehen

Die erforderliche Fuge muss zum System und zur konkreten Einbausituation passen.

DIN-Richtung unklar angeben

„Von außen rechts“ kann missverständlich sein, wenn Öffnungsrichtung und Bandseite fehlen.

Seitenteil nicht aufteilen

Das Gesamtmaß allein sagt noch nicht, wie breit Türflügel und Seitenteil werden sollen.

Häufige Fragen zum Haustür-Aufmaß

Reichen ungefähre Maße für ein Angebot?

Ja. Für eine erste Kalkulation genügen meist nachvollziehbare Richtmaße, Fotos und Angaben zur gewünschten Ausführung. Vor der Bestellung müssen daraus verbindliche Bestellmaße werden.

Wer haftet, wenn ich selbst falsch gemessen habe?

Wird die Tür auf Grundlage der vom Besteller verbindlich bestätigten Maße gefertigt, trägt der Besteller die Verantwortung für diese Angaben. Deshalb sollten Unsicherheiten vor Auftrag geklärt werden.

Soll der unabhängige Monteur vor der Bestellung messen?

Ja. Wenn ein unabhängiger Betrieb die Montage übernimmt, sollte er die Einbausituation prüfen und die für seine Montage erforderlichen Bestellmaße vor Fertigungsfreigabe bestätigen.

Wie viel Einbauluft muss ich abziehen?

Dafür gibt es keinen universellen Wert. Die Fugenbreite hängt vom Element, Material, Maß, Baukörper, Abdichtungssystem und den Montagevorgaben ab.

Von welcher Seite wird DIN links oder DIN rechts bestimmt?

Von der Seite, zu der sich die geschlossene Tür öffnet. Sind die Bänder links, ist es DIN links; sind sie rechts, DIN rechts.

Muss ich einen Bauplan mitsenden?

Für eine erste Anfrage normalerweise nicht. Eine einfache Maßskizze, Fotos von innen und außen sowie die wichtigsten technischen Angaben sind meist ausreichend.

Haustür mit Richtmaßen anfragen

Senden Sie uns Breite, Höhe, Fotos und Ihre gewünschte Ausführung. Wir prüfen die Angaben für ein erstes Angebot und klären, welche Punkte vor der verbindlichen Bestellung bestätigt werden müssen.

Haustür anfragen